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Klassische Szenarioanalysen

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Traditionell verwenden Risikoanalysen Einzelpunkt-Schätzungen für die zu prognostizierenden Variablen. Aus Kombination mehrerer Einzelpunkt-Schätzungen ergeben sich Szenarien, in denen denkbare zukünftige Entwicklungen simuliert werden. Dabei wird zwischen erwarteten Szenarien (Normalszenarien) und unerwarteten Szenarien mit extremen Auswirkungen (Stressszenarien) unterschieden.

Die Szenarioanalysen erfreuen sich in der Praxis einer großen Beliebtheit, da sie im Vergleich zu statistischen Analysen schnell und einfach durchführbar sind. Am bekanntesten ist die Risikoanalyse mit dem Drei-Werte-Verfahren, das einen optimistischen, einen pessimistischen und einen mit hoher (subjektiver) Wahrscheinlichkeit erwarteten Wert enthält. Der erwartete Wert wird für „am wahrscheinlichsten“ gehalten, wobei es sich in der Regel um eine vom Anwender subjektiv empfundene, auf Erfahrungen beruhende Wahrscheinlichkeit handelt. Die optimistischen Werte bilden den besten Fall (engl. „best case“), die pessimistischen Werte den schlechtesten Fall (engl. „worst case“) und das vom Anwender erwartete Szenario setzt sich aus den für ihn wahrscheinlichsten Werten zusammen. Eine Grundlage für die Definition von Szenarien unter alternativen Rahmenbedingungen bietet häufig die Betrachtung der Vergangenheit. In der obigen Abbildung werden drei Szenarien für den Wechselkurs EUR/USD mit drei alternativen Szenarien für die Realisation von Exporterlösen kombiniert.

In einer von Prof. Dr. Wiedemann unter den 500 größten deutschen Unternehmen (ohne Finanzdienstleister) durchgeführten Studie ergibt sich folgendes Bild: 77,2 % der befragten Unternehmen setzen in der Währungsrisikomessung Normalszenarien ein, 39,2% arbeiten auch mit Streßszenarien. Beim Zinsrisiko sind es 58,6 % (29,3 %) und beim Rohstoffpreisrisiko 48,0 % (28,0 %).

Quelle: Vgl. WIEDEMANN, A. (2000), Management-Summary zur Studie; HAGER, P. (2004), S. 28 ff.
 

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