In der Literatur finden sich zahlreiche Ansätze für die Systematisierung von Risiken, die zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Zielführend scheint die Beschränkung auf wenige, möglichst trennscharfe Kategorien zu sein. Die Risiken eines Unternehmens lassen sich in betriebliche und finanzielle Risiken unterteilen. Zu den wichtigen betrieblichen Risiken zählt das Risiko, weniger Produkte tatsächlich absetzen zu können als von der Unternehmung geplant ist. Eine Ursache hierfür kann in der Änderung des Kaufverhaltens bei den Kunden liegen, wie z.B. bei der im Jahr 2000 beginnenden Fleischkrise infolge von gehäuften BSE-Erkrankungen bei Rindern. Eine weitere Ursache ist auf politische Einflüsse wie Regulierungen, Krisen, Kriege und Handelsembargos zurückzuführen.
Der Einbruch von Passagierzahlen bei den Luftfahrtgesellschaften nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center vom 11.09.2001 ist ein Beispiel für politisch induzierte Absatzrisiken. In der Folge kam es zu großen Verlusten und Insolvenzen bei Luftfahrtgesellschaften wie z.B. der SwissAir. Absatzrisiken können aber auch auf eine unerwartete Veränderung von Marktpreisen zurückzuführen sein.Neben den Absatzrisiken existieren viele weitere Betriebsrisiken, wie z.B. Personalrisiken, EDV-Risiken und Vertragsrisiken. Diese Risiken können weitgehend mit Hilfe geeigneter Organisationsformen, Aufsichtsregelungen und Versicherungspolicen auf ein tragbares Mindestmaß verringert werden, so dass an dieser Stelle keine Vertiefung erfolgt.
Gleichwertig zu den Betriebsrisiken bilden die finanziellen Risiken eine zweite Hauptkategorie. Traditionell stehen in Unternehmen die Liquiditätsrisiken im Vordergrund, deren Überwachung die existenziell notwendige Bedingung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit einer Unternehmung sicherstellt. ie zweite Art von Liquiditätsrisiken bilden Terminrisiken. Aus ungeplanten Veränderungen in der Kapitalbindungsdauer, so z.B. bei verspätet erhaltenen Zins- und Tilgungszahlungen aus Krediten oder Kundenforderungen, entstehen Terminrisiken für das Unternehmen und gefährden dessen Liquidität. Neben den Liquiditätsrisiken ist das Unternehmen zahlreichen Erfolgsrisiken ausgesetzt, welche die Gefahr einer unterwarten Ergebnisverschlechterung für die Unternehmung kennzeichnen. Bei den Erfolgsrisiken lassen sich Marktpreis- und Ausfallrisiken unterscheiden.
Quelle: HAGER, P. (2004), S. 12 ff.; WIEDEMANN, A. (1998), S. 4 ff.








