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Exposure

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Unter der Exposure eines Unternehmens ist dessen offene Chancen-/Risikoposition zu verstehen, deren Wert durch unerwartete Veränderungen von Risikofaktoren beeinflusst wird. Ursprünglich wurden mit diesem Begriff finanzielle Chancen-/Risikopositionen wie z.B. im Bereich von Währungen, Rohstoffen, Zinsen oder Aktien beschrieben. Eine Übertragung auf allgemeine Risiken hat jedoch bereits stattgefunden. 

Für die Definition der finanziellen Exposure ist es bedeutend, den Umfang der einzubeziehenden Cash Flows festzulegen. Cash Flows, deren exakte Höhe unsicher ist, werden als unsichere Cash Flows definiert. Im Umkehrschluss werden Cash Flows mit bereits feststehender Höhe als sichere Cash Flows bezeichnet. Ein Ansatz zur korrekten Erfassung von sicheren und unsicheren Cash Flows ist die Trennung der Exposures in Value Exposures und Cash Flow Exposures. Unter Value Exposures werden die finanziellen Risiken ausgesetzten Vermögenspositionen zusammengefasst. Unter Vermögenspositionen sind Bestände an Währungen, Rohstoffen und Wertpapieren zu verstehen.

Auf der anderen Seite stehen die zeitraumbezogenen Cash Flow Exposures. Hierfür können keine Vermögenswerte (Barwerte, Values) ermittelt werden, da zum Bewertungszeitpunkt noch nicht sicher ist, ob diese Cash Flows tatsächlich so eintreten werden, wie es erwartet wird. Um die Risiken für erwartete aber nicht sichere Cash Flows zu berechnen, bedarf es eines zeitraumbezogenen Modells.Da es sich nicht um sichere, exakt quantifizierbare Cash Flows handelt, kann deren Barwert (Value) nicht berechnet werden. Von diesem konzeptionellen Problem abgesehen würde eine barwertige Messung zukünftiger Umsatzerlöse zu wenig brauchbaren Aussagen führen, denn welche Geschäftsleitung aus der Industrie oder dem Dienstleistungsgewerbe kann mit der Barwert-schwankung seiner zukünftigen Umsatzerlöse etwas anfangen? Solche Steuerungsmodelle sind Kreditinstituten und Finanzdienstleistern vorbehalten. Industrie, Handel und Dienstleistung denken in Zahlungsströmen wie Cash Flows, EBIT oder Budgets und sollten daher auch zahlungsstromorientierte Risikomodelle anwenden.

Während die Cash Flow Exposures mit dynamischen Risikomodellen wie etwa Cash Flow at Risk, Earnings at Risk, Ebit at Risk oder Budget at Risk gemessen werden, genügen für die Messung von Value Exposures statische, aber weniger rechenintensive Value-at-Risk-Modelle.

Quelle: HAGER, P. (2004), S. 17 ff.

 

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